AllgemeinRatgeber

Wie aus Vorsätzen ein neuer Mensch wird

Zu Anfang des Jahres bin ich es gewohnt mit stark motivierten Kunden zusammenzuarbeiten. Jemand hat sich einen festen Vorsatz für dieses Jahr genommen und möchte ihn durch meine Unterstützung wirklich endlich umsetzen. Gut so! Ein erster Schritt ist getan, eine andere Person ist involviert und weiß, was Sie vorhaben und sie haben ein Investment in Ihre Entwicklung gesteckt, nicht in die Verlockungen, die kurzzeitig unseren Dopamin-Spiegel ansteigen lassen.

Großartige Vorsätze haben wir alle, vor allem zu Beginn des Jahres. Die Klassiker sind dabei immer noch: Gesünder ernähren, nicht mehr Rauchen, mehr (oder überhaupt) Sport treiben. Jedoch wiederholt sich ein rückläufiges Schema jedes Jahr, die Begeisterung ebbt ab, die Willenskraft lässt nach und irgendwie lebt es sich auch ohne ja ganz anständig. Jedes Jahr. Gut für mich und andere, die dadurch einen beträchtlichen Teil ihres Umsatzes machen: Fitness-Studios berechnen einen Großteil ihres Gewinns anhand der Prozentzahl von Karteileichen.

Was kann man besser machen?

In der nun folgenden Reihe, möchte ich Ihnen eine starke Begleitung durch die erste Zeit des Jahres sein und helfen, neue Gewohnheiten zu schaffen. Wir beginnen klein, mit einem einfachen Wort.

Zuerst einmal müssen wir uns klar werden, dass es normal ist, wieder in alte Muster zurückzufallen. Von heute auf morgen und auch übermorgen können wir unser Verhalten nicht ändern, da wir seit der Kindheit gewisse Muster trainieren. Trotz Rückschlägen dranzubleiben ist nicht nur ein leeres Erfolgs-Mantra, es ist die einzig logische Vorgehensweise, wie Änderungen herbeizuführen sind. Bevor wir jedoch in unsere psychologischen Muster eintauchen und Strategien für die Änderung von Gewohnheiten entwickeln, fangen wir mit einem wichtigen Wort an:

Vielleicht erscheint Ihnen das zu profan, da klar ist, dass die neuen Vorsätze sich vor allem auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden auswirken. Ziehen wir den Bestseller von Simon Sinek „Frag immer erst: Warum“ zu Rate, dann finden wir dort verschiedene Antworten, aber die zentralste lautet: Menschen ändern ihr Verhalten aus zwei Gründen:  Sie werden inspiriert oder sie werden manipuliert. So sind erfolgreiche Unternehmen meist umsatzstärker, da sie das warum besser verstanden haben und Menschen von ihrer Vision überzeugen können.

Richten wir das Ganze doch einmal auf Sie und Ihre Vorsätze aus.

Wir werden trainiert „wie“ und „was“ zu denken

Wie sieht es derzeit bei Ihnen aus? Vermutlich so, wie es diese Abbildung beschreibt: Sie haben ein starkes „wie“ (Handlung) und „was“ (Resultat) eine genaue Vorstellung von dem, was getan werden muss und welche Ergebnisse es bringen soll. Mehr Sport, weniger Chips, keine Zigaretten mehr, um schöner, beliebter und leistungsfähiger zu werden. Die Möglichkeiten hierbei sind viele und wir wissen alle, was wir mehr tun und was wir unterlassen wollen, um unsere gewünschten Resultate zu bekommen. Schauen wir doch einmal, wie dieses „was“ und „wie“ zu Stande kommt.

Sie erinnern sich: Entweder wir werden inspiriert oder wir werden manipuliert. Welcher Anteil überwiegt bei Ihnen? Womit verbinden sie Ihr „was“? Ist es der Arztbesuch letzten Monat, wo angemerkt wurde, dass gewisse Angewohnheiten besser kontrolliert werden müssten – das gesundheitliche Risiko werde sonst zu hoch. Das Blättern durch das Mode-magazin, die Fernsehwerbung oder Anzeigen in Social-Media? Die Headlines brauchen wir gar nicht aufzuzählen, wir kennen alle die Kausalität: Sport – Abnehmen – Gut aussehen – Glücklich sein.

Obwohl viele dieser Dinge einen starken Impuls der Verhaltensänderung auslösen sollten,  bewirken sie oft das Gegenteil: Negativität und kognitive Dissonanz. Wir brauchen schnell einen Ausgleich, um uns emotional wieder zu stabilisieren. Ein anderes Beispiel: Unser Bildungssystem. Geprägt von einem starken „was“: Abschluss – Gute Ausbildung – Sicherheit und gesellschaftlicher Stand. Viele meine Kunden machen die Erfahrung, dass genau diese Reihenfolge früher oder später zu einer Blockade führt. So kann es nicht weitergehen.

Im „warum“ liegen die Möglichkeiten für Ihre Zukunft

Verstehen wir uns nicht falsch, „was“ ist meist absolut logisch und korrekt. „Was“ hat immer und jederzeit seine absolute Berechtigung, nur es steht an der falschen Stelle. Fangen wir mit „was“ an, dann enden wir oftmals bei „warum“. Enden wir bei „warum“, dann bleibt die Frage meist offen – wir kennen die Antwort gar nicht, weil es halt so gemacht wird, weil es gut ist vermutlich. Fangen wir bei „was“ an, dann haben wir keinen starken Grund über das „wie“ nachzudenken, das „was“ ist ja das Wichtigste und diktiert kein besonderes „wie“.

Zeit, die Dinge umzudrehen. Zeit, mit „warum“ zu beginnen. Was ändert ein warum? Nehmen wir zwei Personen, beide spielen Lotto, beide gewinnen. Person A hat es – nämlich ihr „was“, geschafft. Sie ist nun reich. Es folgen Statussymbole, Urlaube, Luxusausgaben. Spätestens nach fünf Jahren ist das Vermögen aufgebraucht. Der Lebensstandard will aber gehalten werden. Es entstehen Konsumschulden, die ein Verpfänden des Besitzes nach sich ziehen. Person A ist wieder am Anfang angekommen.

Person B hat bereits vorher ein „warum“ gehabt: Die eigenen Eltern sollen sich später ihre Behandlungen und die Unterbringung im Heim aussuchen können, ein stabiles Vermögen wird notwendig. Der Lottogewinn wird aufgeteilt. Immobilien- und Fondanlagen sichern den Baustein für ein späteres Gerüst der Vorsorge. Die Anlagen sorgen dafür, dass sich ein wirkliches Vermögen bildet. Person A hatte ihr kleines „warum“ ganz am Ende: Lottospielen um reich zu sein. Person B hat aus dem „warum“ der Vorsorge mehrere Optionen für ein „wie“ entwickelt. Diejenigen, die funktionierten, wurden einhergehend mit dem „warum“ weiter umgesetzt und führten zu „was“.

Ein starkes „warum“ benötigt die richtigen Fragen

Der Philosoph Friedrich Nietzsche hat folgende Behauptung geäußert: „Hat man sein ‘warum’ des Lebens, so verträgt man sich fast mit jedem ‘wie’.

Der Gedankengang ist klar. Ist eine Inspiration oder vielleicht sogar eine Vision vorhanden und stark genug, dann ist keine Handlung zu unangenehm, um für die notwendigen Resultate zu sorgen. Die Klarheit im „warum“ erzeugt eine Disziplin im „wie“, die zur gewünschten Konsistenz im „was“ beiträgt. Eine Einheit dieser drei Fragen ermöglicht lebensverändernde Ergebnisse. Der Anfang im „warum“ ist am schwersten und benötigt auch eine ständige Neukalibrierung. Oftmals fangen Projekte an zu scheitern, wenn das „warum“ aus den Augen verloren wird. Ein „wie“ und ein „was“ kann nie ohne ein starkes „warum“ dauerhaft funktionieren – „was“ wird schnell zu monetären Werten und dreht die Kausalkette um. Am Ende bleibt dann die Frage des „warum“, die zu einer Sinnkrise führt.

Machen Sie es doch mal anders, fangen Sie bei „warum“ an. Ich helfe Ihnen dabei und wir arbeiten mit Werkzeugen wie einer Visionsreise und einer Visionsmappe, um ihr „warum“ so klar wie möglich zu umreißen.

Ich freue mich darauf, Sie dabei begleiten zu können!