AllgemeinFührungskräfte

„Warten Sie nicht. Es wird nie der richtige Zeitpunkt sein. Fangen Sie an, wo Sie sich gerade befinden, mit den Werkzeugen, die Ihnen zur Verfügung stehen, und es werden sich bessere Werkzeuge entlang Ihres Weges finden!“Napoleon Hill, Amerikanischer Schriftsteller

Ob nun Mitarbeiter involviert sind oder nur Sie selbst: Im Leben geht es oftmals darum, einen Zustand in einen anderen zu bringen. Dies gelingt durch Führung. Für wirksames Führen brauchen Sie vor allem Klarheit darüber, was Ihnen bei Ihren täglichen Führungsanforderungen wirklich weiterhilft. Also einen Fokus auf wenige, aber wirksame Werkzeuge, die Sie befähigen, in den herausfordernden Führungssituationen erfolgreich zu bestehen. Es geht also nicht darum, viele Werkzeuge zu kennen, sondern wenige und bewährte Führungswerkzeuge konkret und praktisch einzusetzen.

Sie erfahren in diesem Blogeintrag, was die wichtigsten Führungswerkzeuge sind, und wie Sie mit deren richtigen Einsatz Ihren Führungsstil verbessern. Damit Sie souveräner führen und mit schwierigen Mitarbeitern besser umgehen.

Um Führungsziele zu erreichen, muss man Einfluss auf Personen (andere, genau wie sich selbst) und Gruppen innerhalb von Organisationen nehmen. Das führt zu einer interessanten Einsicht: Der Wert einer Führungskraft, ihre Existenzberechtigung und Legitimation bemisst sich letztendlich also daran, wie gut sie beeinflussen kann.
Das bedeutet, Führungskompetenz ist die zentrale Ressource und Legitimation, die sie pflegen und entwickeln müssen. Für diese Kompetenz der Beeinflussung stehen den Führungskräften zahlreiche Werkzeuge zur Verfügung, die sie je nach Persönlichkeit und Situation entwickeln, auswählen und pflegen sollten. Diese Instrumente nennt man Führungsinstrumente. Entscheidend ist nicht nur, wie gut man bestimmte Führungsinstrumente einsetzen kann, sondern auch das Gespür dafür, in welcher Situation welches Instrument das passende ist. Wissen ist am Ende genauso entscheidend, wie die Fähigkeit Situationen zu lesen und Entscheidungen zu treffen. Ersteres trainieren wir an dieser Stelle.

Interessant ist, dass die wenigsten Führungskräfte auf meine Nachfrage, die für sie relevanten Werkzeuge der Führung kennen. Insofern fehlt in der Ausbildung oftmals nicht nur das Wissen und Gespür für die Anwendung, sondern auch die Fähigkeit systematisch auszuwählen. Die meisten Führungskräfte wünschen sich zwar Führungstools und Führungswerkzeuge, haben sich jedoch mit der grundlegenden Existenz und deren Bedeutung noch gar nicht weiter beschäftigt. Führungswerkzeuge sind Handwerkszeug. Wie ein Uhrmacher brauchen Sie das Fingerspitzengefühl, die richtige Zange für jedes Getriebe auszuwählen.

Die Wirkung auf Ihre Mitarbeiter verbessern

Die richtige Anwendung und Auswahl von Werkzeugen in der Führung verbessert Ihre Produktivität.

Über Ihren Erfolg als Führungskraft entscheidet, welche konkreten Führungswerkzeuge Sie Tag für Tag anwenden.  Sie müssen sie  kennen, einsetzen und beherrschen. Genau das leisten die ausgesuchten Führungswerkzeuge in diesem Blog. Wenden Sie sie an, und Sie werden sehr bald sichtbare Ergebnisse zu verbuchen haben. Sie werden Ihre Führungsaufgabe als angenehmer und leichter empfinden und viel gelassener auch schwierige Herausforderungen meistern.

Richtiges Führen bedeutet, dass Sie den Mitarbeiter oder sich selbst bewusst und zielgerichtet zu mehr Selbstständigkeit entwickeln. Führung ist also eine Entwicklungsaufgabe, der Sie nachkommen müssen, um Ihre Mitarbeiter oder sich selbst und Ihren Verantwortungsbereich voranzubringen. Als Führungskraft sind Sie PersonalentwicklerIn im Unternehmen. Man könnte auch sagen, dass Führungskräfte im Trainingsbusiness tätig sind.

Um einen ersten Einblick zu geben, kann eine Übersicht hilfreich sein. Nach wissenschaftlichen Standards werden direkte und indirekte Instrumente der Führung unterschieden:

Beispiele direkter Führungsinstrumente

Mit direkten Führungsinstrumenten nimmt eine Führungskraft direkt Einfluss auf das Erleben und Verhalten eines Mitarbeiters. Direkte Führung kann Verhalten also gezielt lenken und steuern.

Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Das Verhalten der Führungskraft als Vorbild,
  • Die Übermittlung und Auswahl von Informationen,
  • Lob und Anerkennung,
  • konstruktive Kritik und Rückmeldung,
  • gesprächslenkende Fragen,
  • das Mitarbeitergespräch,
  • Zielvereinbarungen und Zeitdruck,
  • Aufbau von Vertrauen,
  • eigene (hohe) Erwartungen,
  • Transparentmachen der Leistung von Mitarbeitern,
  • Erwartungsmanagement (Erwartungen der Mitarbeiter an ihr Können),
  • gemeinsame Karriereplanung,
  • Aufgabenzuordnung (Rollenverteilung) und Delegieren,
  • Partizipation bei Entscheidungen,
  • Manipulationstechniken,
  • Verhandlungstechniken,
  • Überzeugungsfähigkeiten und Durchsetzungsverhalten.

Die Fähigkeit Lob und Anerkennung auszusprechen ist zum Beispiel ein sehr mächtiges direktes Führungsinstrument. So konnten Studien eine Leistungssteigerung von bis zu 20 Prozent in Unternehmen messen. Durch angemessenen Einsatz dieses Instrumentes können Mitarbeiter stark motiviert werden. Weiterhin ist der Ressourcenaufwand gering: Lob und Anerkennung kosten wenig Zeit und nur indirekt Geld, was dieses Werkzeug noch attraktiver macht.

Im Falle eines richtigen Einsatzes können alle hier genannten Führungsinstrumente eine sehr starke Wirkung entfalten. Daran hakt es jedoch oft in der Praxis. Ich bemerke, dass wenige Führungskräfte systematisch und professionell Lob als Instrument einsetzen, vielmehr wird es zufällig oder gelegentlich oder auch gar nicht benutzt.

Eine Übersicht zu den indirekten Führungsinstrumenten folgt im nächsten Abschnitt.

Beispiele indirekter Führungsinstrumente

Mit indirekten Führungsinstrumenten wird vor allem die Arbeitsatmosphäre und Unternehmenskultur gestaltet und so Einfluss auf Mitarbeiter und ihre Produktivität, wie auch ihr Wohlbefinden ausgeübt. Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Personalauswahl (Einstellungskriterien, Einstellungsverfahren, Beförderungsrichtlinien)
  • Teamgestaltung und Teamentwicklung,
  • Wettbewerbssituationen,
  • Kontroll- und Anreizsysteme,
  • Regeln und Normen (z.B. für Arbeitsabläufe),
  • Unternehmenskultur,
  • Gestaltung der Arbeitsumgebung, Arbeitsklima,
  • Unternehmensvision und Kernwerte

Gute Führung setzt also nicht erst auf direktiver Ebene ein, sondern wird bereits durch viele äußere Kriterien bestimmt. Komponenten wie die Gestaltung von Teams und die Auswahl einzelner Mitarbeiter können einen entscheidenden Einfluss auf die Produktivität und das Arbeitsklima nehmen.

In einigen Unternehmen wird die direkte Führung zu sehr in den Fokus gelegt, wobei das Potenzial indirekter Führungselemente vernachlässigt wird. Das ändert sich langsam. Immer mehr Unternehmen verstehen, wie wichtig Teams, die Unternehmenskultur oder die Gestaltung der Arbeitsumgebung für das Verhalten der einzelnen Mitarbeiter sind. Indirekte Führung darf also durchaus auch als moderne Führung gesehen werden.

Fünf mächtige Führungswerkzeuge, setzen Sie schon alle ein?

Einige Instrumente der Führung setzen wir bewusst oder unbewusst bereits in allen möglichen Lebenslagen ein. Da diese bekannt sind, aber gerne vernachlässigt werden, möchte ich sie an dieser Stelle noch einmal in das Gedächtnis rufen und auffrischen.

Priorisieren

Wer gut steuert, führt und Themen delegiert, kann Zeit effektiv nutzen. Entgegen der Grundhaltung, dass ein Chef grundsätzlich als letztes nach Hause zu gehen habe, setzt sich ein gutes Zeitmanagement gegen lange Arbeitstage durch. Priorisieren und fokussieren auf wenige wichtige Themen ist angesagt. Fragen Sie sich immer: „Bringt mich das, was ich hier mache, meinem Ziel näher?“ Seien Sie ein gutes Vorbild für ihr Team und setzen Sie lieber weniger, aber dafür klarere Ziele. Erfolge sind wichtig für die Unternehmenskultur.

Durch Fragen führen

Erleben Sie es häufiger, dass ein Mitarbeiter nicht das von Ihnen erwartete Ergebnis bringt? Wo suchen Sie dann den Fehler? Sicher nicht bei sich selbst. Doch schauen Sie doch zuerst einmal auf sich und fragen Sie sich, ob Sie klar und deutlich die Aufgabe kommuniziert haben. Wenn Sie eine Aufgabe kommuniziert haben, dann fragen Sie zunächst einmal nach, was er genau verstanden hat. Dann können Sie abgleichen, was bei ihrem Gegenüber angekommen ist und wie es verstanden wurde. Holen Sie sich andere Sichtweisen ein und beachten Sie beim Delegieren immer die drei „Ws“: WAS soll WIE bis WANN getan werden. Alles klar?

Dankbarkeit zeigen und positiv denken

Wenn Sie als Führungskraft morgens zur Arbeit fahren, wohin zeigen dann Ihre Mundwinkel? Sind Sie positiv gestimmt und haben ein Lächeln auf dem Gesicht? Das,  was wir selbst ausstrahlen bekommen wir auch von unserem Gegenüber gespiegelt. In leitender Position kann die eigene Einstellung einen entscheidenden Effekt auf die Stimmung und den Ausgang eines Projektes haben. Auch der Umgang mit Misserfolgen und Rückschlägen will gelernt sein. Überprüfen Sie immer wieder kritisch Ihre Gedanken und Ihre Motivation. Bauen Sie Ihre Kraft auf positiven Gedanken und einem Fundament aus Dankbarkeit auf? Wenn nicht, dann fangen Sie jetzt an und notieren Sie spontan drei Dinge, für die Sie in Ihrem Leben dankbar sind.

Die innere Haltung siegt: Ehrlich, authentisch und offen kommunizieren

Drei kleine Worte mit großer Wirkung. Wie lassen sich diese am besten in den Führungsalltag integrieren? Das Stichwort lautet Vertrauen. Wenn Sie als Führungskraft Vertrauen zu Ihrem Team aufbauen möchten, dann seien Sie ehrlich, authentisch und offen. Sie sind das Vorbild, an dem sich das Team misst. Zeigen Sie sich ehrlich gegenüber sich selbst und auch gegenüber anderen.  Aufrichtigkeit wird immer Anerkennung ernten. Lernen Sie authentisch zu sein. Als Mensch, als Führungskraft oder als Privatperson –    verschiedene Rollen, die gleiche, Person. Ein schwieriger Spagat mit hoher Wirkung. Zuletzt spielt die Offenheit in der Kommunikation eine große Rolle, zeigen Sie ein angemessenes Maß an Transparenz und enthalten Sie nur die Informationen vor, die wirklich nichts in der Situation verloren haben. Ebenso gilt es gut zuzuhören und sich auf das Gegenüber und seine derzeitige Lage einstellen zu können.

Fehler als mächtiges Werkzeug mit Lerneffekt und Wachstumsmotor betrachten

Der Umgang mit Fehlern sollte eine zentrale Rolle in der Arbeitsweise des Unternehmens spielen. Haben Sie in Ihrem Team oder im Unternehmen eine Fehlerkultur etabliert? Überprüfen Sie es einmal selbst: Werden Fehler offen angesprochen oder werden sie vertuscht? Fehler passieren – meistens jedoch nicht absichtlich. Sehen Sie in Fehlern nur etwas Vermeidbares oder auch die Möglichkeit der Weiterentwicklung? Denn mit jedem Fehler geht auch ein Lerneffekt einher. Ein zukunftsgerichteter, konstruktiver Umgang mit Fehlern, lösungsorientiertes denken und handeln und die Fähigkeit die eigenen Fehler zugeben zu können sollten ihr Verständnis als Führungskraft prägen.

Halten wir also fest, Führungskräfte führen nicht nur Ihre Mitarbeiter, sondern auch sich selbst. Darum lohnt es sich, sich selbst immer wieder zu fragen:

  • Welche Instrumente nutze ich in der Führung?
  • Welche weiteren Instrumente könnte ich zusätzlich nutzen?
  • Wie gut beherrsche ich einzelne Instrumente, wo sind hier meine besonderen Talente?
  • Wo setze ich Prioritäten bei der Entwicklung meiner Instrumente?
  • Wie kann ich meine zentralen Führungsinstrumente entwickeln und weiter „schärfen“?

Meine Berufung ist es, Sie auf diesem Weg zu begleiten. Zum Beispiel im Rahmen meines Leadership Intensiv Programms. Hier optimieren Sie Ihren Führungsstil und gewinnen Authentizität und Sicherheit in Auftritt und Wirkung.

Bei der Umsetzung wünsche ich Ihnen viel Erfolg und gutes Gelingen,

Ihre Sabine Wehrhahn