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»Willst du mir wohl sagen, wenn ich bitten darf, welchen Weg ich hier nehmen muss?«
»Das hängt zum guten Teil davon ab, wohin du gehen willst,« sagte die Katze.
»Es kommt mir nicht darauf an, wohin —« sagte Alice.
»Dann kommt es auch nicht darauf an, welchen Weg du nimmst,« sagte die Katze.
Lewis Carroll: Alice’s Abenteuer im Wunderland


Mit „Warum“ beginnen – das habe ich Ihnen zu Anfang diesen Jahres als wichtigen Ratschlag mit auf den Weg für Ihre persönliche Entwicklung gegeben. Ohne ein starkes „Warum“ hat fast kein Unterfangen einen Zweck, weil auf dem Weg die Energie ausbleibt, weil die Richtung verloren geht oder das ganze Unterfangen so viel Kraft und Ausdauer kostet, dass wir uns fragen, wozu wir überhaupt damit angefangen haben. Ein „Warum“ ist nicht nur der Grund dranzubleiben, es ist der Kompass und Nordstern unseres Vorhabens. Ein warum steht für eine Vision: Ein Zustand der lohnenswert ist, aber noch nicht existiert. Eine Idee, von einer besseren Zukunft.


Einen starken Sog in die Zukunft erzeugen: Eine Vision macht es möglich


Eine Vision zu entwickeln ist Arbeit. Es reicht nicht allein nur zu träumen, wobei Tagträume eine effektive Methode zur Entwicklung einer Vision sein können. Zukunftsszenarien mit Leben zu füllen und konkrete Fixpunkte zu bestimmten fällt vielen Menschen schwer. Doch es gibt Werkzeuge, die bei diesem Schritt helfen können. Ein einfaches, jedoch sehr effektives Werkzeug ist die „erdachte Zukunft“. Ideen können manchmal relativ gestaltlos sein oder nur aus einfachen Schlagworten bestehen. Hier knüpft die erdachte Zukunft an. Denn sie verlangt Konkretisierungen und zwar im Bereich der Fakten. Das Vorgehen der „erdachten Zukunft“ besteht darin, einen Bericht oder Artikel für ein Magazin oder eine Tageszeitung zu verfassen, der zum Beispiel fünf oder zehn Jahre in der Zukunft spielt und einen Ausschnitt aus einer erfolgreichen Vision beschreibt. Dies kann ein Tagesablauf sein, der zum Beispiel in einem Magazin veröffentlicht werden würde oder eine ganze Episode, die einen klaren Ausschnitt aus dem erdachten Leben gibt. Der Fokus liegt darin, sich die Zukunft so genau und detailliert wie möglich vorzustellen und mit mehreren Sinnen zu erfahren und zu spüren. Hier sind wir wieder bei den Tagträumen angelangt, nur, dass der Traum mit klaren Fakten angereichert wird. Realismus spielt zunächst noch keine entscheidende Rolle, am wichtigsten ist, dass Sie eine Vision erschaffen, die Sie inspiriert, begeistert und antreibt. Sie malen sich ein so starkes Bild von der Zukunft, dass dieses einen Sog erzeugt, der Sie zu dieser neuen Realität hinzieht. Zudem können so Kernsätze und Attribute formuliert werden, die wichtig für Zielsetzungen sind.


Wenn es kein Ziel gibt, dann ist der Weg nicht wichtig


Wie uns die Grinsekatze aus Alice im Wunderland verdeutlicht, kann die Antwort nach dem Weg nur durch eine Zielvorgabe bestimmt werden. Haben wir im ersten Schritt eine Vision erdacht, gilt es nun aus der Vision Ziele abzuleiten.

Zur Verdeutlichung der verwendeten Begriffe hier eine Abgrenzung:

  • Vision/Mission = Warum soll etwas erreicht werden?
  • Ziel = Was soll erreicht werden?
  • Strategie = Wie kann es erreicht werden?

Gibt es keine Ziele, braucht man logischerweise auch keine Strategieentwicklung, die die Realisierung einer Vision erst ermöglicht. Mehr hierzu lesen Sie in einem kommenden Artikel.

Entscheidend für die Realisierung von Visionen ist zunächst also die Formulierung von konkreten Zielen. Ziele sollen Ergebnisse beschreiben und dienen als Kriterium zur eindeutigen Definition von Zielen. Um ein Ziel möglichst genau und treffend zu beschreiben, eignet sich die bekannte SMART-Methode.

Die fünf SMARTen Zielkriterien bedeuten übersetzt: Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch, Terminiert  

 

Die Definition der Zielkriterien


S = Spezifisch:
Steht für eine unmissverständliche Aussage, die möglichst in einem Satz formuliert werden kann.

M = Messbar: Bedeutet, Ziele so zu formulieren, dass überprüft werden kann, ob sie erreicht wurden oder nicht. Hierbei helfen häufig Maßeinheiten und Messgrößen (Zeit, Geld, kg). Einige Dinge lassen sich natürlich nur subjektiv messen, zum Beispiel das Ziel, ausgeglichener im Alltag zu sein. Hierbei kann zum Beispiel eine tägliche Stimmungsübersicht ein Messkriterium sein.

A = Attraktiv: Das Ziel muss einen positiven Endzustand beinhalten und auch so formuliert werden, statt „nie mehr“ oder „nicht“ sollte geschrieben werden, was stattdessen eintreten soll und wird.

R = Realistisch: Ziele sollten herausfordern, aber auch machbar bleiben. Ist das Ziel zu unrealistisch, wird die rationale Komponente unseres Verstandes sich einschalten und dagegen arbeiten. Das heißt nicht, dass Ziele nicht größer als unser Verständnishorizont sein dürfen. Hier eine Balance zu finden ist eine Herausforderung.

T = Terminiert: Bei der Formulierung gilt es festzulegen, zu welchem konkreten Zeitpunkt das Ziel erfüllt sein soll.


Die Bausteine sind gelegt, die Hindernisse überwinden wir gemeinsam


Mit diesen zwei einfachen Werkzeugen kann das Fundament für eine neue Zukunft gelegt werden. Was hindert Sie daran, sich ein neues Leben zu erschaffen? Ihre Vorstellungskraft leistet wertvolle Hilfestellung.

Ich wünsche Ihnen große Träume und klare Ziele und unterstütze gerne Ihren Prozess der Wegfindung.

Ihre Sabine Wehrhahn