FührungskräfteDen eigenen Führungsstil finden ist nicht immer leicht. Mit den richtigen Tipps kann es gelingen.

Auch wenn es für den Führungsstil und das Führungsverhalten keine allgemeingültigen und feststehenden Regeln gibt, möchte ich in diesem Beitrag einige Hinweise geben, die besonders für angehende Führungskräfte sehr wertvoll sein können. Für alle anderen ist es eine Auffrischung wichtiger Grundkonzepte als Begleiter für den Führungsalltag.

Um moderne und effektive Führung auf den Punkt zu wissen, reichen zwei Regeln aus. Peter F. Drucker fasst gute Führung als das Verhalten einer Führungskraft folgendermaßen zusammen:

  • Gute Führungskräfte denken oder sagen nicht „ich“, sondern „wir“.
  • Gute Führungskräfte sind die ersten, die zuhören, und die letzten, die reden.

Ein eigener Stil erfordert Sicherheit in verschiedenen Rollen

Entscheidend in Ihrer frisch gekürten Führungsposition ist es, schnellstmöglich einen eigenen Führungsstil zu entwickeln und in den verschiedenen Führungsrollen sicher zu werden. Stolperfallen gibt es für neue Führungskräfte nämlich zuhauf.

Wichtig ist, sich der Gefahr bewusst zu sein, selbst zum besten Mitarbeiter zu werden, wenn überall mit angepackt wird. Dieses Maß an Arbeitsüberlastung kann schnell zum frühen Zusammenbruch führen. Theoretisch weiß das zwar jeder, doch in der Praxis sieht es meist anders aus. Weiterhin sollten Sie sich bewusst darin werden, dass Sie situativ in ganz unterschiedliche Rollen springen müssen – abhängig zumeist von Ihren Mitarbeitern und Aufgaben. Mal sind Sie Partner, Kontrolleur, Aufpasser, Coach oder Experte. Jede dieser Rollen erfordert ganz eigenes Feingefühl und entsprechende Fähigkeiten.

Selbstreflexion erleichtert den Einstieg

Eine große Herausforderung aus der Praxis bleibt weiterhin, dass neue Vorgesetzte nicht auf ihre Position vorbereitet werden. Mangelnde Erfahrung, gepaart mit Versagensängsten und das Empfinden von zusätzlichem Druck können zur Hürde werden, die die Spreu vom Weizen trennt. Soweit muss es allerdings gar nicht kommen.

Eine Empfehlung für die gute Vorbereitung auf jede neue Führungsrolle ist, sich frühzeitig und intensiv mit ihren neuen Aufgaben auseinander zu setzen und die eigene Rolle zu überdenken, die hierzu passt. Es gilt abzuschätzen, welches Maß an Vertrauen Mitarbeitern entgegengebracht werden darf, welche Aufgaben delegiert werden können und wie oft und wann Mitarbeitergespräche eingesetzt werden können. Eine intensive Kommunikation mit den Mitarbeitern ist ein Investment, das sich besonders am Anfang auszahlt. Eine Führungskraft, die die Mitarbeiter an die eigene Verantwortung und die neuen Entscheidungsprozesse heranführt ermöglicht den Aufbau von einem transparenten Arbeitsverhältnis und schafft eine Vertrauensbasis. Diese intensive Kommunikation und Betreuung besonders am Anfang kann sich doppelt und langfristig auszahlen.

„Everybody´s darling“ sein zu wollen ist keine gute Strategie

Eine beliebte Situation aus der Praxis: Bei dem Versuch, es allen recht machen zu wollen in die Falle laufen, die eigenen Kapazitäten zu überschätzen und in Situationen, die Entscheidungen involvieren, die nicht überall Anklang finden, dadurch inkongruent erscheinen.

Führungskräfte, vor allem am Anfang ihrer Laufbahn, neigen dazu, „everybody´s darling“ sein zu wollen. Sie scheuen sich vor Konflikten und kritischen Auseinandersetzungen. Fehler von Mitarbeitern, werden schnell in die eigene Verantwortlichkeit genommen, nach oben hin wird nur genickt und alte Kollegen genießen nun weiterhin einen Freundschaftsbonus. Bei all diesen Anliegen gilt, selbst in die Offensive zu gehen und auch schwierige Themen anzusprechen. Neben der Signalisierung, wer nun das Sagen hat, soll das Ziel sein, sich um eine konstruktive Arbeitsbeziehung zu bemühen. Das Verständnis für die Person des anderen muss gewahrt bleiben, um eine konstruktive Arbeitsbeziehung zu sichern.

Die intensive Auseinandersetzung mit der neuen Führungsrolle ist für jeden ein absolutes Muss

Es bleibt festzuhalten: Im Hinblick auf das Führungsverhalten gibt es kein eindeutiges „Richtig“ oder „Falsch“. Nützlich ist vor allem, die eigene Führungskompetenz durch regelmäßige Selbstreflexion zu verbessern. An erster Stelle steht immer gute Kommunikation: Proaktiv, transparent, sachdienlich und wertschätzend.

Die größte Herausforderung bleibt für viele der Spagat zwischen verschiedenen Rollen und das Heranreifen der eigenen Persönlichkeit. Hier kann oftmals nur ein direktes Gegenüber helfen, das neutral beurteilt. Mitarbeiter und eigene Vorgesetzte können oft nicht das konstruktive Feedback bieten, das eine neue Führungskraft benötigt. Im Dialog mit einem Coach lassen sich versteckte Potenziale schnell entdecken und Hürden analysieren, um geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

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Ihre
Sabine Wehrhahn